Kühlen ohne Kältemaschine
Die Architektur der Frontenhauser Filiale – großzügige Verglasung, stark variables Raumvolumen – machte eine Luftkühlung von Beginn an problematisch: Temperaturschichtungen und Zugerscheinungen wären unvermeidlich gewesen. Eine Fußbodenaktivierung schied aus, weil die thermische Trägheit des Bodens eine schnelle Reaktion auf wechselnde Lasten ausschließt.
Die Wahl fiel auf Deckenelemente mit Graphit-Aktivierung, die Kupferrohre formschlüssig in Naturgraphit einpressen. Die hohe Wärmeleitfähigkeit des Materials sorgt für kurze Ansprechzeiten und präzise Regelung. Für den Heizbetrieb wurde die Oberseite der Elemente mit einer Isoliermatte versehen; eine Schallschutzlochung auf der Unterseite reduziert störende Nebengeräusche im Raum.
Zur Kühlung wird der Solekreislauf der Wärmepumpe genutzt, der im Kühlbetrieb das konstant kühle Erdreich als natürliche Kältequelle erschließt – ohne Kältemaschine, mit minimalem Stromaufwand. Im Heizbetrieb genügt ein Vorlauf von 35 °C. Jeder Gebäudebereich lässt sich separat regeln; die Deckenbeleuchtung wurde direkt in die Klimadecke integriert. Die Montage von 166 Elementen im Erdgeschoss erledigten vier Monteure in wenigen Tagen.